
Jeden zweiten Tag wird in Deutschland eine Frau durch frauenfeindliche Gewalt getötet – meist von Cis-Männern, die sie kennen, die ihnen nahe stehen und denen sie eigentlich vertrauen schenken. Statt die Täter zu benennen, rückt die Gesellschaft die Betroffenen in den Fokus: „Warum hat sie nichts gesagt?“ „Warum hat sie sich nicht gewehrt?“
Diese Schuldumkehr macht uns blind für das Wesentliche: Femi(ni)zide sind keine Einzelfälle, sondern Ausdruck eines Systems, das patriarchale Gewalt ermöglicht, normalisiert und schützt.
Die Broschüre „Keine Mehr! Über Femi(ni)zide und das Ende des kapitalistischen Patriarchats“ der Redical M und der Gruppe für feministische und antifaschistische Arbeit (GA+FA) analysiert, wie tief diese Gewalt in gesellschaftlichen Strukturen verankert ist – ökonomisch, institutionell und psychologisch. Sie erklärt auf verständliche Weise grundlegende Konzepte, etwa warum Besitzansprüche von Cis-Männern an Frauen historisch-materialistisch erklärbar sind, wie patriarchale Gewalt mit Queerfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus zusammenwirkt und weshalb die Abschaffung des kapitalistischen Patriarchats nicht einfach über staatliche Reformen passieren kann.
Lasst uns darüber sprechen, wütend werden und gemeinsam überlegen, wie feministische Gegenwehr aussehen kann.
Die Veranstaltung findet am 12.03.26 um 19 Uhr in der Rakete im Bettenhaus statt. Im Anschluss gibt es einen Kneipenabend.